Deutschland
Kanzlerkandidat Olaf Scholz mahnt die SPD zur Geschlossenheit
Am Montag um kurz vor 11 Uhr war die Katze aus dem Sack: Auf Vorschlag der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans habe man ihn „gerade einstimmig als Kanzlerkandidaten nominiert“, twitterte Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Und setzte noch hinzu: „Ich freue mich auf einen tollen, fairen und erfolgreichen Wahlkampf in einem starken Team.“
Olaf Scholz wird im kommenden Jahr bei den Bundestagswahlen für die SPD als Kanzlerkandidat antreten Foto: AFP/Tobias Schwarz
Dem Vernehmen nach wurde die Personalentscheidung in einer kurzfristig anberaumten Telefonschalte der erweiterten Führung bekannt gegeben. Tatsächlich waren die Würfel aber schon „vor gut einem Monat gefallen“, wie Esken drei Stunden später vor Journalisten erklärte. Angeblich soll es bereits am 7. Juli zu einer entsprechenden Verabredung zwischen Scholz, den beiden Parteichefs, Generalsekretär Lars Klingbeil sowie dem Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich gekommen sein. Parteioffiziell galt allerdings bis zuletzt die Ansage, den Kanzlerkandidaten erst „im Spätsommer“ auszurufen. Noch am Wochenende hatte Klingbeil diesen Fahrplan in einem Interview bekräftigt.