Russland

Kampf gegen Putins Krieg: Memorial sieht Friedensnobelpreis als Hilfe

Weil sie als eine der wenigen in Russland offen gegen Krieg in der Ukraine aufritt, erhält die Menschenrechtsorganisation Memorial in diesem Jahr – neben anderen – den Friedensnobelpreis. Wie die Bürgerrechtler dem Behördendruck trotzen, zeigt ein Besuch in Moskau.

Menschen haben sich in Moskau zur Erinnerung an die Opfer staatlicher Gewalt versammelt. Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial erinnert jedes Jahr im Oktober an die Opfer staatlichen Terrors – vor allem zu Zeiten der kommunistischen Gewaltherrschaft in der Sowjetunion, aber auch in anderen Ländern.

Menschen haben sich in Moskau zur Erinnerung an die Opfer staatlicher Gewalt versammelt. Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial erinnert jedes Jahr im Oktober an die Opfer staatlichen Terrors – vor allem zu Zeiten der kommunistischen Gewaltherrschaft in der Sowjetunion, aber auch in anderen Ländern. Foto: Ulf Mauder/dpa

Mit brennenden Kerzen in der Hand lesen Frauen und Männer in der Moskauer Marosejka-Straße die Namen von Erschossenen vor. „All denen, die in diesem Haus lebten, gingen und nicht zurückkehrten“, steht auf einer schwarzen Tafel an der gelben Fassade, dazu die Jahre 1937, 1941, 1945, 1952 – und mit Marker hinzugefügt: „2022?“ Die Erinnerungsaktion der Organisation Memorial, die in diesem Jahr mit anderen Bürgerrechtlern den Friedensnobelpreis erhält, ist nicht genehmigt und daher riskant. Der Ort erinnert an die kommunistische Gewaltherrschaft und den staatlichen Terror, den auch heute wieder viele Russen unter Kremlchef Wladimir Putin beklagen.

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