Nach US-Wahl

Juncker warnt EU-Staaten wie Ungarn vor Alleingang

Juncker warnt EU-Staaten wie Ungarn vor Alleingang

Foto: Editpress/Alain Rischard

Der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat nach dem Wahlsieg von Donald Trump EU-Staaten wie Ungarn vor Alleingängen in der Politik gegenüber den USA gewarnt. „Man muss denjenigen, die den gemeinsamen Pfad verlassen, eines deutlich machen: Sie allein zählen im Verhältnis zu den USA nur vermeintlich, trotz aller ausgetauschter Zärtlichkeiten“, sagte Juncker im Interview mit dem Portal Table.

Um dem künftigen US-Präsidenten auf Augenhöhe zu begegnen, müssten die Europäer ihm deutlich machen, „dass die Europäische Union nicht nur ein zusammengewürfelter Haufen von Mitgliedstaaten ist, sondern eine gefestigte europäische Einheit“, sagte Juncker. Der frühere Kommissionschef hatte während der ersten Amtszeit Trumps intensiv mit diesem verhandelt, um einen Handelskrieg zu verhindern.

Trump habe eine teilweise verquere Sicht auf die EU, sagte Juncker. „Er ist aber nicht taub, wenn man europäische Argumente rational präsentiert und gleichzeitig darauf aufmerksam macht, dass europäische Anliegen teilweise auch amerikanische Anliegen sind.“

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban, der wegen Vorwürfen der Einschränkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit immer wieder mit Brüssel im Clinch lag, ist ein erklärter Trump-Fan. Er hatte auf einen Trump-Sieg gesetzt und dem künftigen US-Präsidenten am Mittwoch als einer der Ersten zur Wahl gratuliert.

Orban, dessen Land derzeit den wechselnden Vorsitz unter den EU-Staaten hat, ist am Donnerstag auch Gastgeber des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Budapest. Der ungarische Ministerpräsident plant nach Brüsseler Angaben eine Videoschalte mit Trump, offiziell bestätigt wurde dies aber bisher nicht.

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