Mögliche neue US-Botschafterin

Ist Luxemburg „blind für die Gefahr durch China“? Stacey Feinberg löst diplomatischen Streit aus  

Luxemburg sei „blind für die Gefahr durch China“, sagte Stacey Feinberg Mitte Juni bei einer Anhörung im US-Senat. Feinberg ist Donald Trumps Kandidatin auf den Posten als US-Botschafterin in Luxemburg. Die Reaktion aus der chinesischen Botschaft in Luxemburg ließ nicht lange auf sich warten.

Stacey Feinberg posiert mit Trump und sprach zuletzt von den angeblich „ruchlosen“ Absichten Chinas in Luxemburg

Stacey Feinberg posiert mit Trump und sprach zuletzt von den angeblich „ruchlosen“ Absichten Chinas in Luxemburg Fotos: Screenshots X

Donald Trumps Kandidatin für das Amt der nächsten US-Botschafterin in Luxemburg warnte bei einer Anhörung des Ausschusses für auswärtige Beziehungen im US-Senat, dass das Großherzogtum „blind“ sei für die in ihren Worten „ruchlosen“ Absichten Chinas. Ein Großteil Europas, aber insbesondere Luxemburg, sei demnach nicht im selben Maße wie die Amerikaner über die Aktivitäten der Chinesen aufgeklärt, so Feinberg. Mit Aktivitäten meinte sie vor allem das Ausmaß der Wirtschaftsspionage, das China betreibe. „Luzifer taucht nicht auf und sieht aus wie der Teufel“, sagte Feinberg im US-Senat. Die Chinesen kämen „nicht durch die Vordertür, sondern durch die Zwischenräume“. Deswegen wolle Feinberg Luxemburg „in aller Bescheidenheit aufklären“, denn: „Ich glaube nicht, dass sie wirklich verstehen, was hier vor sich geht.“ Die Luxembourg Times berichtete gestern ebenfalls über Feinbergs Aussagen im US-Senat.

Feinberg beschuldigte Peking auch, das Konfuzius-Institut der Universität Luxemburg zu Propagandazwecken einzusetzen und das luxemburgische Bildungssystem zu unterwandern. Zudem bilde die chinesische Studentenvereinigung in Luxemburg „Spione“ aus. Luxemburg müsse darüber hinaus als wichtiges Finanzzentrum „mehr tun, um Chinas Interessen in Europa zu prüfen und einzuschränken“.

Wütende Reaktion der Chinesen

Die chinesische Botschaft in Luxemburg reagierte am Dienstagabend auf die Anschuldigungen und nannte sie „unverantwortlich“. Feinbergs Äußerungen seien „ideologisch voreingenommen“ und würden „gegen die grundlegenden Normen diplomatischer Beziehungen“ verstoßen. China und Luxemburg hätten sich mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 53 Jahren dazu verpflichtet, „bilaterale Beziehungen auf der Grundlage von Gleichheit, Respekt und Vertrauen zu entwickeln“, so die Mitteilung der chinesischen Botschaft weiter.

Was Feinberg angeht, werde „die Wahrheit ans Licht kommen“. Die „verzerrte Sicht auf China“ der designierten US-Botschafterin in Luxemburg müsse „geklärt und korrigiert“ werden. Die „Theorie der chinesischen Bedrohung“ zu schüren, werde „die chinesisch-luxemburgischen Beziehungen nicht behindern“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Im US-Senat hatte Feinberg noch gesagt, es sei „die größte Ehre ihres Lebens“, für das Amt als US-Botschafterin in Luxemburg in Betracht gezogen zu werden. Am Mittwochabend empfängt die US-Botschaft geladene Gäste zu ihrem traditionellen Empfang zwei Tage vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Ob Feinberg anwesend sein wird, ist noch unklar. (A.B.)

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