Diplomatie
Irans Außenminister rät Regierung zur Einhaltung des Atomabkommens
Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat dem gewählten Präsidenten Ebrahim Raisi und seiner Regierung geraten, das Wiener Atomabkommen von 2015 einzuhalten. «Dies könnte auch in der neuen politischen Ära zu einem enormen Aufschwung im Land führen, wovon auch zukünftige Generationen profitieren würden», schrieb Sarif in einem Brief an das Parlament am Montag. Beim Thema Atomabkommen sollte sich die neue Regierung auf langfristige nationale Interessen fokussieren und nicht auf ideologische Aspekte, erklärte der iranische Chefdiplomat laut Nachrichtenagentur Isna.
Präsident Ebrahim Raisi Foto: AFP
Raisi soll am 5. August die Nachfolge von Hassan Ruhani antreten. Der erzkonservative Kleriker gewann die Präsidentenwahl im Juni als Spitzenkandidat der Hardliner. Der 60-Jährige hatte das Abkommen in den vergangenen Jahren stets kritisiert und wird nach Ansicht von Beobachtern auch die moderate Atompolitik von Ruhani und Sarif nicht weiterführen. Aber Raisi hatte im Wahlkampf ein schnelles Ende der Wirtschaftskrise versprochen. Dieses Versprechen könne er nur bei einer Aufhebung der US-Sanktionen einhalten - und die wäre nur im Rahmen des Atomdeals machbar.