Großbritannien
Innenministerin Braverman will Obdachlose aus Innenstädten vertreiben
Normalerweise beschäftigt sich Suella Braverman mit der Verfolgung von Asylbewerbern. Gern stichelt die britische Innenministerin auch gegen das kleine verbliebene Häuflein von Konservativliberalen in ihrer Tory-Regierungspartei. Jetzt geht die in London geborene Anwältin indisch-afrikanischer Abstammung gegen eine dritte Gruppe marginalisierter Menschen vor.
Die britische Innenministerin Suella Braverman auf dem Weg zur Kabinettssitzung beim Premierminister Foto: AFP/Daniel Leal
Obdachlose sollen in den Innenstädten auf der Insel künftig nicht mehr ihre Zelte aufschlagen dürfen; wer ihnen dabei hilft, etwa durch kostenlose Abgabe von Zelten, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Den Scoop der Financial Times vom Wochenende bestätigte die 43 Jahre alte Politikerin umgehend auf Twitter/X. Britische Städte dürften nicht zu Brutstätten von „Kriminalität, Drogenkonsum und Verwahrlosung“ werden wie Stadtviertel amerikanischer Städte, etwa Philadelphia oder San Francisco, argumentiert Braverman. Zwar müsse wirklichen Obdachlosen Hilfe zuteilwerden, aber unter den Zeltbewohnern seien viele Ausländer: „Sie haben diesen Lebensstil gewählt.“