Regierungswechsel
In der EU besteht Hoffnung auf mehr Vernunft in London
Er gehörte zu den knallharten Brexit-Befürwortern. Als neuer britischer Premier erweckt Rishi Sunak jedoch den Eindruck, pragmatischer vorgehen zu wollen. In Brüssel verbinden das die Verantwortlichen mit neuen Erwartungen, Reibungen zu vermindern und Großkonflikte zu umgehen.
Der neue britische Premier Rishi Sunak muss ebenfalls die Beziehungen zur EU, dem wichtigsten Handelspartner der Insel, verbessern Foto: AFP/Justin Tallis
Beim Blick auf den neuerlichen Regierungswechsel in London haben sich die Mienen der professionellen Britannien-Beobachter in Brüssel leicht aufgehellt. Wollten Boris Johnson und Liz Truss noch das mühsam ausgehandelte Warenkontroll-Abkommen mit der EU zum Einsturz bringen und damit die gesamten Handelsbeziehungen in Frage stellen, werden dem neuen Premier Rishi Sunak pragmatischere Lösungen zugetraut. Allerdings mahnt der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Europa-Parlamentes, David McAllister, zur Erkenntnis von Sunak bei dessen Antrittsrede, Vertrauen zurückgewinnen zu müssen: „Das gilt nicht nur im eigenen Land, sondern auch gegenüber der Europäischen Union.“