Proteste gegen Rechenzentren
In den USA formiert sich KI-Widerstand
Proteste einer Bürgerinitiative im US-Bundesstaat New Jersey haben den geplanten Bau eines Rechenzentrums verhindert – und nun fragen sich Aktivisten im gesamten Land, wie ihnen das gelungen ist. Während Technologiekonzerne von Küste zu Küste jährlich hunderte Milliarden Dollar in neue Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) pumpen, formiert sich Widerstand.
Auf diesem Grundstück in New Brunswick wollte Amzak Capital Management ein Rechenzentrum errichten Foto: Thomas Urbain/AFP
In New Brunswick in New Jersey, rund 65 Kilometer von der Skyline New Yorks entfernt, richtet sich der Unmut der Bewohnerinnen und Bewohner im Februar gegen ein Projekt des Unternehmens Amzak Capital Management. Erst neun Tage vor einer Abstimmung im Stadtrat erfahren die Menschen damals von dem Vorhaben für ein Rechenzentrum auf dem Gelände eines ehemaligen Automobilwerks.
Doch trotzdem hat ihr Protest Erfolg: Wie ein Lauffeuer verbreitet sich ein virales Video, Flugblätter zirkulieren durch die Stadt und über den nahe gelegenen Universitätscampus – und bei einer öffentlichen Anhörung zu dem Vorhaben kreuzen mehr als 300 Menschen auf, in einem Raum, der kaum 80 Plätze hat.