Corona-Korruption
In Südosteuropa brummen trübe Vermittlergeschäfte im Dunstkreis der Macht
Im Maskenskandal in Deutschland hat das Stühlerücken begonnen. In Südosteuropa sitzen in den Verdacht der Corona-Korruption geratene Würdenträger ähnliche Affären meist folgenlos aus. Die Provisionsgeschäfte von branchenfremden Mittelsmännern und Strohfirmen im Dunstkreis der Macht florieren.
Südosteuropäische Länder zahlen für Beatmungsgeräte aus China schon das Mehrfache des üblichen Preises, schuld daran sind korrupte Mittelsmänner Foto: AFP
Ausgerechnet ein früherer Eishockeyspieler ohne jegliche Erfahrung im Gesundheitssektor hat Ungarn zu einem der vermutlich teuersten Corona-Impfstoffe Europas verholfen. Der Neu-Unternehmer Csaba Gergely ist laut den Recherchen des investigativen Webportals „direkt36.hu“ zu 50 Prozent an der im November gegründeten Firma „Syntonite Med“ beteiligt. Die neugierige Frage des Portals, wie er ins Pharmageschäft gerollt sei, wimmelte der bisher bei einem Getränkekonzern beschäftigte Gergely resolut ab: Er könne dazu nichts sagen, so seine mehrmals wiederholte Auskunft am Telefon.