Deutschland

In Berlin herrschte breites Entsetzen über Trumps Vorgehen in der Wahlnacht

Es ist tief in den Deutschen drin, dass ein Fußballspiel erst endet, wenn der Schiedsrichter abpfeift und nicht, wenn eine Mannschaft glaubt, gewonnen zu haben. Die Empörung über Donald Trumps Versuch, sich den Wahlsieg noch vor Auszählung aller Stimmen zu kapern, einte gestern denn auch fast die gesamte deutsche Politik – und die Sorge vor politischem Chaos in den USA.

Ein Vertreter der „Democrats Abroad“ fordert vor dem Brandenburger Tor in Berlin, dass alle Stimmen in den USA gezählt werden

Ein Vertreter der „Democrats Abroad“ fordert vor dem Brandenburger Tor in Berlin, dass alle Stimmen in den USA gezählt werden Foto: John MacDougall/AFP

Selbst AfD-Chef Jörg Meuthen verteidigte den amtierenden Präsidenten an dieser Stelle nicht, sondern entschuldigte sein Vorgehen mit der „Aufregung des Wahlgeschehens“. Ansonsten aber zitterten die deutschen Rechtspopulisten als Einzige mit dem Kandidaten der Republikaner. AfD-Fraktionschefin Alice Weidel sagte, Trump habe „eine ganz feste Wählerbasis, die immer unterschätzt wurde“. In der Analyse lag sie damit gar nicht weit weg vom Parteisprecher der Grünen, Robert Habeck, der das allerdings negativ fand. „Der Trumpismus ist robuster als wir gedacht haben, und der geht auch nicht weg“, sagte Habeck. Es scheine so, als habe die Corona-Pandemie „die Fliehkräfte, die vorher da waren, noch verstärkt“ und die politische Polarisierung in den USA noch weiter vorangetrieben.

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