Corona-Winter
Im deutschen Bundestag bekommt die Kanzlerin Druck von fast allen Seiten
Auf der Spree treiben Eisschollen, vor dem Reichstag türmt sich hier und da der Schnee. Es nieselt kalt vom Himmel an diesem Donnerstagmorgen. Drinnen sagt Angela Merkel: „Dieser Winter ist hart. Da draußen genauso wie in dem, was er mit unserem Leben macht.“ Es ist der deutsche Corona-Winter. Entsprechend frostig geht es im Bundestag zu, nachdem die Kanzlerin einmal mehr für ihr Vorgehen in der Pandemie und die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom Vortag geworben hat.
Angela Merkel lacht sich in die Maske, nachdem sie selbige auf dem Rednerpult im Bundestag vergessen hatte Foto: AFP/Tobias Schwarz
Die Enttäuschung ist bei Abgeordneten, die in ihren Wahlkreisen erheblich unter Druck stehen, genauso groß wie bei zahlreichen Bürgern. Man hatte sich angesichts sinkender Infektionszahlen klarere Perspektiven bis hin zu Lockerungen erhofft. Oder wie FDP-Chef Christian Lindner stichelt: „Viele Menschen haben mehr erwartet als einen frischen Haarschnitt.“ Friseure dürfen ab dem 1. März öffnen, sonst niemand; der Lockdown wurde bis mindestens 7. März verlängert. Über die Schulen und Kitas entscheiden die Länder jetzt selbst.