Frankreich

Illegale Riesenparty auf Militärgelände – Regierung plant härteres Vorgehen

Riesenparty trotz möglicher Lebensgefahr: Bis zu 40.000 Menschen haben am Wochenende auf einem Militärgelände in Frankreich an einer illegalen Rave-Party teilgenommen – ungeachtet der Warnungen vor womöglich nicht detonierten alten Sprengsätzen.

Luftaufnahme der großen Teilnehmermenge einer Teknival-Rave-Party auf dem Militärgelände in Cornusse bei Bourges

Ein Foto während eines Hubschrauberüberflugs vom Gelände einer „Teknival“-Rave-Party auf einem Militärgelände in Cornusse nahe Bourges zeigt die große Teilnehmerzahl Foto: AFP/HO/Gendarmerie Nationale

Die Party mit elektronischer Musik hatte bereits am Freitag begonnen. Am Samstag sprach ein Unterstützerkollektiv von „35.000 bis 40.000“ Teilnehmern aus Frankreich und benachbarten Ländern, die zu der Veranstaltung im Zentrum Frankreichs gekommen seien. Die Behörden hatten am Samstagvormittag von 20.000 Teilnehmern gesprochen; doch bis zum Abend strömten zahlreiche weitere Besucher zu dem Gelände.

„Trotz ihres illegalen Charakters“ kümmerten sich die Behörden um die Sicherheit der Veranstaltung, wie die zuständige Präfektur erklärte. Hunderte Polizisten und Dutzende Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Veranstaltungsort extrem gefährlich

Philippe Le Moing Surzur von der Regionalverwaltung sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Veranstaltungsort sei „wegen nicht explodierter Geschosse, die dort sein können, extrem gefährlich“.

Wie die örtlichen Behörden am Samstag mitteilten, mussten Sprengstoffexperten eingreifen, nachdem in der Nähe einer Straße, die über das Veranstaltungsgelände führt, eine Granate entdeckt worden war.

Die „Teknival“-Organisatoren erklärten, sie hätten sich bewusst für das Gelände nahe Innenminister Laurent Nunez’ Geburtsort Bourges entschieden. Es gehe um einen Protest gegen Pläne, die Strafen gegen Veranstalter und Teilnehmer vergleichbarer kostenloser Partys zu verschärfen, hieß es von ihrer Seite. Demnach sollen Veranstalter künftig mit bis zu sechs Monaten Haft belegt werden können; bislang droht lediglich ein Bußgeld.

Nunez sagte seinerseits vor Ort, die Forderungen der Veranstalter würden die „Entschlossenheit“ der französischen Regierung in ihrem Kurs nur noch verstärken.

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