Großbritannien
Harte Kritik an Boris Johnson aus der eigenen Partei
Gegen Boris Johnsons geplanten Corona-Lockdown 2.0 braut sich eine innerparteiliche Revolte zusammen. Gestern Nachmittag musste sich der britische Premierminister im Unterhaus gegen heftige Kritik aus den eigenen Reihen verteidigen.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson tut sich schwer mit der Bewältigung der Corona-Krise im Land Foto: Daniel Leal-Olivas/AFP
Die Nervosität aufgebrachter konservativer Hinterbänkler ist durch das neuerliche Auftauchen eines wohlbekannten Tory-Quälgeists in die Höhe geschnellt: Der frühere UKIP-Vorsitzende Nigel Farage will seine im vergangenen Jahr gegründete Brexit-Partei in „Reform UK“ umtaufen und gegen den Lockdown zu Felde ziehen. Farage, 56, gehörte mehr als 20 Jahre lang dem Europaparlament an, zuletzt als Chef der Brexit-Partei, die bei der letzten EU-Wahl unter britischer Beteiligung 2019 aus dem Stand 30,5 Prozent gewann. Bei der Unterhauswahl im Dezember zog der Nationalpopulist seine Kandidaten zugunsten von Johnsons Tories aus aussichtsreichen Wahlkreisen ab. Zuletzt war er auf diversen Internet-Plattformen als Marktschreier für eine härtere Einwanderungspolitik unterwegs.