Ukraine-Krieg

Haltung zur russischen Invasion setzt Bulgariens wenig homogene Regierung unter Druck

Traditionell fühlen sich viele Bulgaren der einstigen Schutzmacht Russland noch stets stark verbunden. Doch der Ukraine-Krieg stellt nicht nur das Bild von Russland als Befreier vom Osmanen-Joch infrage, sondern legt auch die Bruchlinien der wenig homogenen Regierungskoalition schonungslos bloß.

Ein Teil des Denkmals der sowjetischen Armee in Sofia wurde mit den Farben der ukrainischen Flagge bemalt

Ein Teil des Denkmals der sowjetischen Armee in Sofia wurde mit den Farben der ukrainischen Flagge bemalt Foto: Valentina Petrova/AP/dpa

Schneeballwürfe und Buhrufe überschatteten die Festtagsreden an Bulgariens Nationalfeiertag am Schipka-Pass. Trotzig schwenkten die Anhänger der nationalistischen Wiedergeburt-Partei russische Flaggen, während sie Premier Kiril Petkow am Donnerstag als „Verräter“ beschimpften. „Wir begehen den Tag der Befreiung so wie niemals zuvor – empört, angewidert, konfus und machtlos“, umschreibt die Zeitung Sega die Stimmungslage: „Inmitten von Putins Krieg in der Ukraine haben wir Russland für die Vergangenheit zu danken – und für die Gegenwart zu verurteilen.“

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