Lange Gesichter statt Party
Hängepartie in Spanien: Konservatives Lager scheitert an Mehrheit
Wahlsieger sehen eigentlich anders aus: Mit versteinerter Miene tritt Alberto Nuñez Feijoo auf den Balkon der konservativen Parteizentrale in Madrid. Er hebt etwas steif die Arme in die Höhe. „Wir haben die Wahl gewonnen“, ruft der 61-Jährige wenig enthusiastisch seinen Anhängern zu, die auf der Straße stehen. Die mitgebrachten rot-gelb-roten Spanien-Flaggen und blauen Parteibanner der Volkspartei hängen schlaff herunter. Feierstimmung will nicht aufkommen.
Alberto Nuñez Feijoo und die Konservativen haben zwar die Wahl gewonnen, doch ob sie am Ende auch regieren werden, ist fraglich Foto: AFP/Oscar del Pozo
Nur einige Kilometer weit entfernt tobt derweil eine ausgelassene Party. Und zwar vor der Zentrale der Sozialdemokraten. Diese hatten eigentlich gar nicht damit gerechnet, Grund zum Feiern zu haben. Pedro Sanchez (51), der heimliche Gewinner dieser Wahl, brüllt mit einem breiten Lächeln ins Mikrofon: „Spanien hat klar gesprochen. Die Konservativen sind gescheitert.“ Er umarmt seine Frau Begoña. Die Sympathisanten tanzen zu Sambarhythmen.