Deutschland
Gewerkschaften pochen auf zwölf Euro Mindestlohn
Die Gewerkschaften haben am gestrigen Dienstag ihre Forderung nach einer raschen Einführung eines Mindestlohns von zwölf Euro pro Stunde bekräftigt. Zuvor war der Chef der zuständigen Mindestlohnkommission, Jan Zilius, in dieser Frage auf die Bremse getreten. Damit geht der alte Streit in eine neue Runde.
Deutschlands Arbeitsminister Hubertus Heil will neue Vorschläge zur Weiterentwicklung des Mindestlohnes vorlegen Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka
„Die deutliche Mehrheit der Bürger in der Bundesrepublik will, dass der Mindestlohn zügig auf zwölf Euro erhöht wird“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell gegenüber dem Tageblatt. „Löhne unter dem Existenzminimum haben in diesem Land keine Zukunft“, ergänzte Körzell, der selbst Mitglied der unabhängigen Mindestlohnkommission ist. Dagegen hatte Kommissionschef Jan Zilius gestern ausdrücklich vor einem derart großen Schritt gewarnt. „Von heute auf morgen den Mindestlohn auf zwölf Euro anzuheben, wäre höchst problematisch“, sagte er in einem Interview. Denn das würde „die Tarifverhandlungen für untere Lohngruppen obsolet machen“.