Nur für Palästinenser

Geplante Todesstrafe – Außenminister appellieren an Israel

Vier europäische Außenminister warnen: Eine Ausweitung der Todesstrafe in Israel könnte nicht nur Menschenrechte verletzen, sondern auch das Vertrauen in demokratische Prinzipien erschüttern.

Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir an Einschlagsstelle einer iranischen Rakete, Besuch vor Ort nach Angriff

Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir besucht eine von einer iranischen Rakete getroffene Stelle Oren Ziv/dpa

Die Außenminister aus Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich äußerten in einer gemeinsamen Erklärung ihre „tiefe Besorgnis“ über einen israelischen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen. Über diesen will das israelische Parlament voraussichtlich am Montag abschließend entscheiden.

„Die Todesstrafe ist eine unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne jegliche abschreckende Wirkung“, teilten die Minister mit. „Deshalb lehnen wir die Todesstrafe weltweit unter allen Umständen ab.“ Berlin, Paris, Rom und London forderten die Verantwortlichen nachdrücklich auf, die Pläne aufzugeben.

Todesstrafe seit Eichmann-Hinrichtung nicht vollstreckt

Israel hatte die Todesstrafe für Mord im Jahr 1954 abgeschafft. Es gibt sie nur noch für bestimmte Fälle wie etwa Völkermord oder Verrat in Kriegszeiten. Seit der Hinrichtung des NS-Verbrechers Adolf Eichmann im Jahre 1962 wurde keine von einem ordentlichen Gericht ausgesprochene Todesstrafe mehr vollstreckt.

Bei Billigung der aktuellen Gesetzesinitiative müssen Palästinenser, die vor Militärgerichten in den besetzten Gebieten wegen eines terroristisch motivierten Mordes verurteilt werden, mit einer obligatorischen Todesstrafe rechnen. Das Urteil kann angefochten werden.

Die Außenminister der vier europäischen Länder sprachen von einem „de facto diskriminierenden“ Charakter des Vorhabens. Eine Verabschiedung berge das Risiko, Israels Bekenntnis zu demokratischen Grundsätzen zu untergraben.

4 Kommentare
Guy Mathey 30.03.202617:59 Uhr

"Appelle" sind in diesem Kontext mehr als lächerliche Schaumschlägerei! Einzig und alleine die härtesten Sanktionen und ein kompletter Handelsboykott gegen das kriegsverbrecherische israelische Netanjahu - Regime könnten eventuell Wirkung zeigen, wie gesagt eventuell, stehen die Genozid-Verantwortlichen doch unter US - Schutz.

Jean-Marie Grober 30.03.202615:21 Uhr

Wir müssen aufhören, jede Kritik an Israel als Antisemitismus zu brandmarken, angesichts der Tatsache, dass ausgerechnet die Verbrecherbande um Benjamin "Bibi" Netanjahu, Bezalel Smotrich und Israel Katz die Sprache derer übernommen hat, die in den dunklen Jahren um 1935 bis 1944 glaubten, sie seien die Herrenmenschen, die unbedingt Lebensraum im Osten bräuchten, und denen Millionen von Menschen zum Opfer fielen. Was das noch mit Glauben an irgendeinen Gott zu tun hat, kann ich nicht sehen. Ich kann nur erkennen, dass die Dummheit des Menschen ewig und unendlich ist!

Fraulein Smilla 30.03.202612:33 Uhr

Die todesstrafe wuerde fuer Personen gelten , die Israelis aus rassistischen Gruenden umbringen und nicht fuer fuer die jenigen die aus rassistischen Gruenden Araber toeten . -Ein Strick nur fuer palaestinensische Haelse (Taz )

Luxmann 30.03.202612:02 Uhr

Inwiefern der ,von einer auf apartheid,kriegsverbrechen und angriffskriege setzenden regierung, geleitete staat Israel ueberhaupt noch demokratische grundsaetze verfolgt ist allerdings zweifelhaft.

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