Serbien
Für Staatschef Vucic wird die Bestattung von Kriegsverbrecher Ratko Mladic zum Problem
Serbien sei „angewidert“ von allen, die an dem „monströsen Verbrechen“ in Srebrenica beteiligt gewesen seien, hatte Präsident Vucic 2015 noch versichert. Nun lässt das Politchamäleon ein Staatsbegräbnis für den wegen Völkermords verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic ausrichten – zum Entsetzen der EU.
„Danke, General“ steht auf dem Banner, mit dem Unterstützer den Konvoi grüßen, der den Leib des Kriegsverbrechers Mladic am 3. September nach Belgrad bringt Foto: AFP
Ebenso missmutig wie undiplomatisch lässt Serbiens dünnhäutiger Strippenzieher seiner Übellaune wieder einmal freien Lauf. „Als ausgesprochen kurz, aber dumm wie üblich“ bezeichnet der autoritär gestrickte Staatschef Aleksandar Vucic die Begründung der EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos für ihre Absage ihres Besuchs in Belgrad: „Wann immer etwas Schlechtes über Serbien gesagt wird, ist sie die Botin und Schöpferin davon.“
Die „Glorifizierung“ eines Kriegsverbrechers sei „unvereinbar mit den Werten, auf denen der Weg in die EU“ geschaffen werde, erklärt Kos ihren Verzicht auf die eigentlich für Mittwoch geplante Reise zum EU-Anwärter mit den offiziellen Weihen für die für Montag geplante Bestattung des 2021 wegen Völkermords zu lebenslanger Haft verurteilten Ex-Generals Ratko Mladic in Belgrad: „Dieser Weg erfordert die Konfrontation mit der Vergangenheit, eine echte Aussöhnung und die Respektierung der Opfer von Kriegsverbrechern.“