Belfast
„Freizeit-Krawalle“ halten Nordirland in Atem
Nach einem brutalen Messerangriff samt versuchter Enthauptung brennt es in der zweiten Nacht in Folge in den Straßen von Belfast. Die britischen Behörden machen rechtsextreme Aktivisten dafür verantwortlich, die Wut in den sozialen Medien zu schüren.
Seit Dienstagnacht kommt es in den Straßen von Belfast zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Randalierern Foto: AFP
Die prominente Rolle sozialer Medien bei der Organisation der blutigen Krawalle in Belfast hat die Debatte über eine bessere Kontrolle von Plattformen wie X, Facebook und TikTok auf der Insel angeheizt. Die zuständige Regulierungsbehörde Ofcom mahnte die betroffenen Unternehmen zur Einhaltung eines erst kürzlich in Kraft getretenen Online-Sicherheitsgesetzes, das Gewaltaufrufe unter Strafe stellt. Technikministerin Liz Kendall stellte, ausgerechnet auf X, eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften in Aussicht. Labour-Premier Keir Starmer kündigte den Randalierern „die volle Härte des Gesetzes“ an.
Nach einer zweiten Nacht gewalttätiger Ausschreitungen herrschte auch am Donnerstag in der Hauptstadt des britischen Teils Irlands Nervosität und Angst vor einer Fortsetzung der Krawalle. Am Mittwochabend bewarfen Randalierer die Polizei mit Pflastersteinen, Ziegeln und Molotow-Cocktails; die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein. Zwölf Beamte wurden verletzt, 16 Protestierende vorläufig festgenommen. Anders als in der Nacht zuvor machten die Gewalttäter diesmal aber nicht gezielt Jagd auf durch ihre Hautfarbe erkennbare Migranten.