Norwegen
Festgesetztes russisches Ausflugsschiff bei Spitzbergen: Moskau zeigt sich empört
Auf Antrag eines ukrainischen Unternehmens hat die norwegische Justiz das Schiff „Professor Moltshanov“ beschlagnahmt. Experten sehen den Zweck des zivilen Schiffes in „Hybridoperationen und nationalistischer Propaganda“.
Spitzbergen im hohen Norden unterliegt einem Sonderstatus, hier darf frei gewirtschaftet werden – auch von Russland Foto: AFP
„Staatsterrorismus“ warf Wladimir Putin am Donnerstag der Führung in Oslo vor, das russische Außenministerium sprach von „reiner Piraterie“ – denn norwegische Polizisten haben bei der hocharktischen Inselgruppe Spitzbergen am Mittwoch ein russisches Schiff festgesetzt. Die Entscheidung fällte ein nordnorwegisches Gericht, den Antrag stellte Naftogaz, das größte staatliche Öl- und Gasunternehmen der Ukraine. Der Konzern verlangt seit der Krim-Annexion 2014 und den damit verbundenen Enteignungen 4,22 Milliarden Dollar von Russland, die Summe wurde 2023 in Den Haag bestätigt.
Das norwegische Justizministerium versucht, eine neutrale Position zu beziehen: „Die norwegischen Behörden sind nicht an dem Fall beteiligt. Er wurde im norwegischen Gerichtswesen in üblicher Weise behandelt“, so Sprecher Frank Lynum. Das Schiff darf die Inselsiedlung Barentsburg, wo es vor Anker liegt, erst verlassen, wenn der Gouverneur des Archipels oder das Bezirksgericht etwas anderes entscheidet.