Requiem für einen Kriegsverbrecher
Ex-General Ratko Mladic mit staatlichen Weihen und militärischen Ehren begraben
Seine Untaten hat der verstorbene Überzeugungstäter nie bereut – und wird für diese posthum in Serbien selbst gefeiert: Mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Regierungspolitikern ist der wegen Völkermord verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladic am Montag in Belgrad beerdigt worden.
Serbiens berüchtigster Kriegsverbrecher: Tausende Zuschauer begleiteten den Trauermarsch mit dem Sarg von Ratko Mladic Foto: AFP
Seine Generalskappe lag auf seinem Sarg. Neben dem Bildnis des verschiedenen Kriegsschergen ruhten seine zu Lebzeiten erhaltenen Orden auf einem roten Kissen. Eine Ehrengarde von sechs Soldaten in Kampfuniform war am Sarg aufgezogen, während Tausende Trauergäste stundenlang in langen Reihen vor der Sveti-Luka-Kirche ausharrten, um sich von ihrem Idol zu verabschieden: Mit militärischen Ehren, Böllerschüssen und in Anwesenheit hochrangiger Regierungspolitiker ist Serbiens berüchtigster Kriegsverbrecher zu Wochenbeginn auf dem Topcider-Friedhof in Belgrad beerdigt worden.
Nicht nur aus Bosnien und Montenegro hatten sich Tausende seiner Bewunderer zu dem vom Patriarchen der Serbisch-Orthodoxen Kirche zelebrierten Begräbnis in Serbiens Hauptstadt aufgemacht. An den Überresten des wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilten „Schlächters von Srebrenica“ defilierten außer Justizminister Nenad Vujic und anderen Kabinettsmitgliedern der russische Botschafter in Serbien, Oppositionelle rechtsnationaler Parteien sowie hochrangige Politiker aus der Region vorbei – wie der bosnische Serbenführer Milorad Dodik oder der oppositionelle Bürgermeister von Banja Luka, Drasko Stanivukovic.