Deutschland

Ethikrat lehnt Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ab

Der Ethikrat hat sich gegen ein pauschales Social-Media-Verbot ausgesprochen. Stattdessen soll ein Schutzkonzept sämtliche Risiken digitaler Angebote berücksichtigen. Was der Ethikrat konkret empfiehlt, um junge Menschen im Netz besser zu schützen.

Jugendliche diskutieren Mindestalter für Social-Media-Nutzung als Alternative zu pauschalem Verbot und bessere Medienbildung

Pauschales Verbot oder bessere Medienbildung: Ein Mindestalter für Social-Media-Nutzer ist in vielen Ländern Reizthema Foto: Elisa Schu/dpa/dpa-tmn

Gewaltdarstellungen, Cybermobbing und Pornografie: Junge Nutzerinnen und Nutzer sind online vielfältigen Gefahren und Risiken ausgesetzt. Deshalb wird aktuell die Frage nach einem Mindestalter für soziale Medien für Kinder und Jugendliche diskutiert. „Der Ethikrat beantwortet sie mit nein“, erklärt Helmut Frister, Rechtswissenschaftler und Vorsitzender des Deutschen Ethikrats, bei einer Pressekonferenz in Berlin. Vielmehr brauche es ein Gesamtkonzept, das verschiedene Risiken digitaler Angebote berücksichtigt.

„So wie es jetzt ist, kann und darf es nicht weitergehen“, erklärt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner bei der Pressekonferenz. Denn die Nutzung digitaler Medien berühre auch die parlamentarische Debatte. „Die Logik digitaler Medien belohnt Zuspitzung. Nicht das bessere Argument, sondern die Lautstärke gewinnt“, sagt Klöckner. Und häufig seien digitale Medien die einzige Informationsquelle junger Menschen.

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