Iran-Krieg
Energieanlagen in Golfregion zunehmend Ziel von Angriffen – Ölpreis steigt massiv
Im Iran-Krieg werden zunehmend die großen Energieanlagen der Golfregion zum Ziel von Angriffen. Am Donnerstag schnellten die Öl- und Gaspreise in die Höhe.
Die Industriestadt Ras Laffan, Katars wichtigster Standort für die Produktion von Flüssigerdgas Foto: AFP / Karim Jaafar
Sollte der Iran die „unkluge“ Entscheidung treffen, den katarischen Gaskomplex Ras Laffan erneut anzugreifen, werde die US-Armee „das gesamte South-Pars-Gasfeld in die Luft sprengen, in einem Ausmaß an Stärke und Macht, das der Iran noch nie zuvor gesehen oder erlebt hat“, erklärte US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Der Iran hatte als Vergeltung für einen zuvor erfolgten Angriff auf South Pars den Komplex Ras Laffan attackiert, wo sich die weltweit größte Produktionsstätte für Flüssigerdgas (LNG) befindet. Teheran machte Israel und die USA für den Angriff auf South Pars verantwortlich, bei dem nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens Einrichtungen in der Hafenstadt Asalujeh getroffen wurden. Trump betonte hingegen, die USA hätten „nichts“ von dem Angriff gewusst. Zugleich versicherte er, Israel werde „keine weiteren Angriffe“ auf das Gasfeld ausführen. Auch aus Kuwait und Saudi-Arabien wurden neue Drohnenangriffe auf Energieanlagen gemeldet.
Europas Wirtschaft unter Druck
Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Golfregion ließen den Ölpreis massiv ansteigen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent zu. Am späten Vormittag kostete ein Barrel dann rund 115 Dollar – knapp sieben Prozent mehr als zu Handelsbeginn.
Der Iran-Krieg lässt die Inflation in der Eurozone nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) kurzfristig steigen – die mittelfristigen Folgen sind aber noch ungewiss.
Die EZB erwartet allerdings, dass sich der Krieg durch höhere Energiepreise auf kurze Frist „erheblich“ auf die Inflation auswirken wird – konkret geht die Zentralbank in einer neuen Projektion nun von einer Inflation in der Eurozone von durchschnittlich 2,6 Prozent für 2026 aus; im Dezember hatte sie noch 1,9 Prozent erwartet. Parallel dazu gerät demnach auch die Wirtschaft unter Druck: Beim Wachstum wird aktuell für 2026 nun mit 0,9 Prozent gerechnet, statt wie zuvor mit 1,2 Prozent.