Polen
Einigung auf Donald Tusk als Premier: Tauziehen zwischen PiS und Opposition um Regierungsbildung
Neun Tage lang hat PiS alles unternommen, um die siegreiche demokratische Opposition in Polen zu zerteilen. Doch am Dienstag gelang Donald Tusk ein zweiter Coup nach dem überraschend klaren Wahlsieg.
Polens Präsident Andrzej Duda (l.) empfing gestern den Oppositionsführer Donald Tusk (M.) Foto: AFP/Janek Skarzynski
„Wir haben uns auf eine umfassende Zusammenarbeit in der nächsten Legislaturperiode geeinigt“, verkündete der informelle Oppositionschef zusammen mit den drei weiteren EU-freundlichen Parteichefs Wlodzimierz Czarzasty (Neue Linke), Szymon Holownia (Dritter Weg, Polen 2050) und Wladyslaw Kosiniak-Kamysz (Dritter Weg, Bauernpartei PSL). Das Bündnis habe sich auf Tusk als neuen Regierungschef geeinigt und diesen beauftragt, ein Kabinett zusammenzustellen, erklärte zufrieden der Linken-Chef Czarzasty. „Wir rufen Präsident Duda dazu auf, unsere Zeit nicht zu vergeuden; die Zeit der Polen und Polinnen ist wertvoll“, mahnte der TV-Showmaster Holownia vom zentristischen Wahlbündnis „Dritter Weg“ den Präsidentenpalast zur Eile.