Medien

Ein kunstsinniger Bankier für die BBC – Sender bekommt nach viel Streit neuen Chef

Schon vor Weihnachten geisterte Richard Sharps Name immer wieder einmal durch die britischen Medien. Als diese Woche offiziell wurde, dass der kunstsinnige, konservative Investmentbanker demnächst Chairman des Rundfunksenders BBC werden solle, war das Aufatmen bis weit in konservative Kreise hinein unüberhörbar.

Der liberale Jude Richard Sharp, ein typisches Beispiel jenes (nicht unbedingt Partei-gebundenen) konservativen Establishments, das Großbritannien bis heute fest im Griff hat – jetzt übernimmt er die BBC

Der liberale Jude Richard Sharp, ein typisches Beispiel jenes (nicht unbedingt Partei-gebundenen) konservativen Establishments, das Großbritannien bis heute fest im Griff hat – jetzt übernimmt er die BBC Foto: AFP

Denn im September hatte der Premierminister für Aufruhr gesorgt, als durchsickerte, wen er als nächsten Chairman der BBC im Auge hatte. Charles Moore, Boris Johnsons früherer Chefredakteur beim Daily Telegraph, ist nicht nur lautstarker Brexiteer, Anhänger der Fuchsjagd, publizistische Geißel der seiner Meinung nach viel zu fortschrittlichen anglikanischen Staatskirche, kurz: ein Reaktionär, wie er im Buche steht. Vor allem betreibt der Kolumnist des rechten Intellektuellen-Magazins Spectator seit Jahren eine Vendetta gegen den weltberühmten öffentlich-rechtlichen Sender. Der sei zu links, zu liberal, zu urban, zu europäisch. In seiner Empörung ging Moore einmal so weit, die Rundfunkgebühr zu verweigern und sich öffentlich mit dem deshalb erhaltenen Strafbefehl zu brüsten.

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