USA
Ein Jahr Trump und viele markige Sprüche
US-Präsident Donald Trump ist für ebenso markige wie provokante Sprüche bekannt. In dem Jahr seit seinem Amtsantritt am 20. Januar 2025 hat er damit wiederholt Schlagzeilen gemacht.
Die US-Demokratie wird derzeit dem größten Stresstest ihrer Geschichte ausgesetzt – das erste Jahr hat sie noch überstanden Foto: Brendan Smialowski/AFP
„Ich wurde von Gott gerettet, um Amerika wieder großartig zu machen.“
In seiner Antrittsrede am 20. Januar 2025 beruft sich Trump, der im Wahlkampf bei einem Attentat verletzt wurde, auf göttliche Vorsehung. Am ersten Amtstag unterzeichnet der Republikaner eine Rekordzahl von 26 Dekreten. Er begnadigt etwa die Kapitol-Angreifer, die im Januar 2021 den Kongress gestürmt hatten.
„Ein Diktator ohne Wahlen, Selenskyj sollte sich besser beeilen, oder er wird kein Land mehr haben.“
Mit einer Attacke auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf seiner Onlineplattform Truth Social macht Trump am 19. Februar 2025 klar, dass die USA im Ukraine-Krieg eine Kehrtwende vollziehen. Gut eine Woche später kanzeln Trump und sein Vize JD Vance den ukrainischen Präsidenten im Weißen Haus vor laufenden Kameras ab. Im August hofiert Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska. Der von Trump angekündigte Frieden „binnen 24 Stunden“ bleibt jedoch aus.
„Die Riviera des Nahen Ostens, es könnte so großartig werden.“
Für Fassungslosigkeit sorgt Trump am 4. Februar 2025 mit einem Plan, den Gazastreifen unter US-Kontrolle zu bringen und als eine Art riesiges Küsten-Resort neu aufzubauen. Im Oktober verspricht Trump „dauerhaften Frieden“ und legt einen 20-Punkte-Plan vor. Wichtige Punkte wie die Entwaffnung der Hamas bleiben jedoch unerfüllt.
„Die Europäische Union wurde gegründet, um die Vereinigten Staaten abzuzocken.“
Bei seiner ersten Kabinettssitzung am 26. Februar 2025 macht Trump deutlich, dass er die Europäer vor allem als Handelsrivalen sieht. Im Dezember schmäht Trump Europas Spitzen in einem Politico-Interview als „schwach“ und nennt Europa einen „verfallenden“ Kontinent.
„Diese Länder rufen uns an und kriechen mir in den Arsch.“
Anfang April verhängt Trump massive Zölle gegen nahezu alle US-Handelspartner. Bei einem Treffen mit republikanischen Parlamentariern frohlockt der Präsident am 8. April 2025, zahlreiche Länder biederten sich ihm an.
„Vielleicht tue ich es, vielleicht nicht. Niemand weiß, was ich tun werde.“
Im Krieg zwischen Israel und dem Iran ist im Juni zunächst unklar, ob Trump Atomanlagen im Iran angreifen wird. Er antwortet am 18. Juni 2025 mit einem Satz, der seine Unberechenbarkeit illustriert. Wenige Tage später erfolgt der Angriff auf drei Anlagen. Als die iranische Führung Anfang 2026 Proteste dann gewaltsam niederschlagen lässt, verspricht Trump den Iranern: „Hilfe ist unterwegs.“ Diese bleibt jedoch aus.
„Ich hasse meinen Gegner, und ich will nicht das Beste für ihn.“
Die USA werden im September 2025 durch das Attentat auf den ultrarechten Aktivisten und Trump-Unterstützer Charlie Kirk erschüttert. Auf dessen Trauerfeier am 21. September ruft Kirks Witwe Erika zur nationalen Versöhnung statt zum „Hass“ auf. Trumps Antwort ist hart und spaltet das Land nach Ansicht von Kritikern weiter.
„Meine eigene Moral, mein eigener Verstand: das ist das Einzige, was mich aufhalten kann.“
Anfang Januar 2026 nehmen US-Spezialkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau gefangen. Trump macht daraufhin in einem Interview mit der New York Times vom 8. Januar deutlich, dass er sich in seinen Machtansprüchen weder vom Völkerrecht noch vom US-Kongress einschränken lassen will.
„Mir fällt niemand in der Geschichte ein, der den Nobelpreis mehr verdient hätte als ich.“
Am 9. Januar 2026 behauptet der Präsident zum wiederholten Mal, er habe „acht Kriege beendet“ und dafür den Nobelpreis „verdient“. Am 15. Januar überreicht ihm die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionspolitikerin María Corina Machado ihre eigene Medaille, was Trump eine „wunderbare Geste“ nennt. Das Nobelkomitee stellt indes klar: Der Preis ist nicht übertragbar.
„Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit (...) Alles andere ist inakzeptabel.“
Seinen Anspruch auf Grönland formuliert Trump zunehmend aggressiv. Auf Truth Social macht er am 14. Januar deutlich, dass er von der NATO keine Lösung in dem Konflikt erwartet. Indem er Strafzölle gegen Deutschland und andere Verbündete androht, nimmt er sogar die Spaltung des Bündnisses in Kauf. (AFP)