Gipfeltreffen
EU und Kanada schmieden eine „Allianz für die Zukunft“ – aber keine Mitgliedschaft
Ursula von der Leyen kann ganz schön stur sein. Kurz nach ihrer Landung in Montréal, wo am Donnerstag und Freitag der EU-Kanada-Gipfel stattfindet, setzte die Präsidentin der EU-Kommission einen Tweet ab, der für Furore sorgte. Sie wolle Kanada noch enger an Europa binden und das nordamerikanische Land zu einem „assoziierten Mitglied“ der EU machen, schrieb von der Leyen auf „X“.
Im September war der kanadische Premierminister Mark Carney (vorne links) im Europäischen Parlament in Straßburg zu Gast, als die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (r.) ihre Rede zur Lage der EU hielt Foto: Pascal Bastien/AP/dpa
Dabei weiß die EU-Kommissionschefin nur zu gut, dass sich einige EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich und Deutschland dagegen sträuben, Kanada den Sonderstatus eines „assoziierten Mitglieds“ zu verleihen, der im EU-Recht gar nicht vorgesehen ist. Der Streit hat sogar die Vorbereitung des Gipfels überschattet.
Doch als sich von der Leyen, EU-Ratspräsident António Costa und der kanadische Regierungschef Mark Carney am Donnerstag in Montréal trafen, waren die dunklen Wolken wie weggeblasen. Wie man die Zusammenarbeit nennt, sei letztlich egal, meinte Carney. „Worauf es ankommt, ist der Unterschied, den es für das Leben von Kanadiern machen wird.“ Kanada werde durch die Kooperation mit der EU „zu einer unabhängigeren, souveräneren Nation“.