Gipfeltreffen
EU-Staats- und Regierungschefs befassen sich mit strittigen Themen
Wenn die EU-Staats- und Regierungschefs heute wieder persönlich zu ihrem Gipfeltreffen in Brüssel erscheinen werden, dürfte es ihnen leichter fallen, manche heikle Themen anzugehen. Denn es haben sich in den vergangenen Wochen einige strittige Fragen angestaut.
Nur mehr wenige Wochen vor dem Ablauf der Brexit-Übergangsphase hoffen einige in London, noch das Unvermeidliche aufhalten zu können Foto: AFP/Tolga Akmen
Das wohl größte Problem, mit dem sich die Europäische Union derzeit konfrontiert sieht, stand bis gestern nicht einmal auf der Tagesordnung des heute beginnenden Gipfeltreffens: der von Ungarn und Polen blockierte mehrjährige EU-Haushaltsplan samt der Wiederaufbauhilfe für Mitgliedstaaten, die wegen der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Die Regierungen in Budapest und Warschau hatten ein Veto gegen das 1,8 Billionen schwere Finanzpaket eingelegt, da sie verhindern wollen, dass einem EU-Staat bei künftigen Verstößen gegen rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien die Gelder aus Brüssel gestrichen werden können. Nach wochenlangen Verhandlungen mit den beiden hat der derzeitige deutsche EU-Ratsvorsitz gestern eine Lösung in dem Streit gefunden. Dabei dürfte vermutlich der Umstand mitgewirkt haben, dass Ungarn und Polen eine Frist bis Dienstag gesetzt wurde, ihre Position aufzugeben. Andernfalls würden die anderen 25 Mitgliedstaaten zu „Plan B“ übergehen und den 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds mittels der im Lissabonner Vertrag vorgesehenen „verstärkten Zusammenarbeit“ ohne die beiden einsetzen.