Ukraine-Krieg

Die russische Umzingelung von Kiew kommt ins Stocken

Seit Tagen rücken russische Truppen auf beiden Seiten des Dnipro von Nordosten wie auch Nordwesten nach Kiew vor. Die ukrainische Hauptstadt ist damit einem Zangenangriff ausgesetzt. Nur die Flucht nach Süden ist für Zivilisten noch möglich und einigermaßen sicher. Doch die russische Schlinge um Kiew zieht sich langsam zu.

Ukrainische Soldaten auf einem gepanzerten Mannschaftswagen in der Region Wyschgorod in der Nähe von Kiew

Ukrainische Soldaten auf einem gepanzerten Mannschaftswagen in der Region Wyschgorod in der Nähe von Kiew Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

„Den ganzen Tag über fliegen Hubschrauber und Raketen über mein Dorf, aber sie greifen uns nicht an“, berichtet Gennady P., der sich vor ein paar Tagen aus der Hauptstadt in den Süden zurückgezogen hat. Von hier aus will der ehemalige Polizeigeneral einen der letzten offenen Zufahrtswege nach Kiew verteidigen. Gennady will am Telefon weder seinen vollen Namen noch jenen seines Dorfes nennen. „Sie verstehen, das sind Militärgeheimnisse, es ist sicherer so“, entschuldigt er sich. Ende der 90er-Jahre hat er in Warschau als Verbindungsoffizier der noch jungen unabhängigen Ukraine gearbeitet und mit seinen polnischen Kollegen zusammen die Mafia gejagt. Damals hatte er auch gute Kontakte zur russischen Polizei. „Diese Freundschaften sind zum Glück schon früher erkaltet, das macht es heute einfacher“, sagt Gennady, der an der Straßensperre gleich seinen Nachtdienst antreten muss.

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