Spanien
Die namenlosen Toten von Ceuta: Wie das Meer zum Massengrab wurde
Hunderte Menschen wagten mit Schwimmringen, Autoreifen und Plastikflaschen den Weg nach Ceuta. Für mehr als 100 von ihnen wurde das Meer zum Grab – viele Opfer bleiben bis heute namenlos.
Mit einem Schwimmreifen als Schutz: Für vermutlich mehr als 100 Migranten wurde die Flucht über das Meer zum Grab Foto: AFP/José Guerreiro
Als der Massenansturm auf Ceuta vorbei war, blieb am spanischen Strand von El Tarajal ein seltsames Bild zurück: Hunderte Schwimmringe, Autoreifen, Flossen und Plastikkanister lagen zwischen Algen und Treibgut im Sand. Manche dieser Schwimmhilfen wurden notdürftig von Klebeband zusammengehalten. Sie erzählen die Geschichte von Menschen, die glaubten, das Meer sei ihr Weg nach Europa. Doch für vermutlich mehr als 100 Migranten wurde es zum Grab.
Auch Tage nach dem größten Migrationsdrama, das Spanien jemals an seiner Wassergrenze erlebte, bergen Polizeitaucher weiter Leichen aus dem Meer. In der Nacht zum Montag fanden sie vier weitere Opfer – drei Erwachsene und ein Baby, das nur wenige Monate alt war. Viele der Toten haben bis heute keinen Namen, weil sie keine Papiere bei sich hatten und bisher noch nicht identifiziert werden konnten.