Spanien
Die erste europäische Hauptstadt ist wieder abgeriegelt
Polizeikontrollen an allen Zufahrtsstraßen. Millionen Bürger, die ihre Stadt nicht mehr verlassen dürfen. Zugleich gilt ein Einreiseverbot für Auswärtige sowie Touristen. Und eine frühzeitige Sperrstunde für Kneipen und Restaurants, welche nun zur besten abendlichen Ausgehzeit die Türen verrammeln müssen. Die drastischen Corona-Beschränkungen, die seit diesem Wochenende in ganz Madrid gelten, versetzen Spaniens Hauptstadt und neun umliegende Vorstädte erneut in eine Art Ausnahmezustand.
Bürger demonstrieren vor dem Sitz der Regionalregierung von Madrid gegen das schlechte Management der konservativen Regierung während der Corona-Pandemie Foto: AFP/Pierre-Philippe Arcou
„Die Situation in Madrid ist außerordentlich schlimm“, warnt Spaniens sozialistischer Premier Pedro Sánchez. Tagelang hatten Sánchez und sein Gesundheitsminister Salvador Illa an die konservative Regionalregierung des Großraums Madrid appelliert, endlich entschlossene Maßnahmen gegen den neuen heftigen Virus-Ausbruch im gesamten Hauptstadtgebiet zu beschließen. Doch die rechtsbürgerliche Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso lehnte ab. Sie wollte den Lockdown auf den Süden der Stadt beschränken, wo die höchsten Infektionsraten gemeldet werden und wo vor allem Arbeiter und Einwanderer leben.