Brüsseler Kompromiss
Die ärmsten EU-Mitglieder in Südosteuropa reagieren freudig
In der innenpolitischen Not tun frohe Botschaften aus Brüssel besonders gut. „Für die Leute, die meinen Rücktritt wollen, lasse ich 29 Milliarden Euro für die kommenden Jahre zurück“, verkündete Bulgariens Premier Bojko Borissow kurz vor dem am gestrigen Dienstag gescheiterten Misstrauensvotum über seine Regierung zufrieden seinen Landsleuten.
Für den ungarischen Autokraten Viktor Orban ist der EU-Gipfel offenbar gut gelaufen Foto: Stéphanie Lecocq/EPA Pool/AP/dpa
Der erzielte Kompromiss über das Corona-Hilfspaket und den EU-Finanzrahmen spüle dem ärmsten EU-Mitglied fast zwei Milliarden Euro mehr aus der Brüsseler Subventionsschatulle in die Kassen als ursprünglich vorgesehen, erklärte stolz der durch Anti-Korruptions-Proteste in Bedrängnis geratene Regierungschef – und stellte das eigene Licht bei der Einigung nicht unter den Scheffel: EU-Ratspräsident Charles Michel habe sich „persönlich für die große Hilfe bedankt, die ich ihm bei den Verhandlungen gegeben habe“.