Analyse
Die Unsicherheitspandemie: Harvard-Professor Kenneth Rogoff über die wirtschaftlichen Folgen
Die nächsten Monate werden uns viel über die Form der kommenden globalen Erholung sagen. Trotz überschwänglicher Aktienmärkte bleibt die Unsicherheit im Hinblick auf Covid-19 allgegenwärtig. Deshalb wird, ungeachtet des Verlaufs der Pandemie, der bisherige weltweite Kampf gegen das Virus wohl noch lange Zeit Einfluss auf Wachstum, Beschäftigung und Politik haben.
Markthändler mit Masken in Bogota: Viele Schwellen- und Entwicklungsländer werden wohl noch jahrelang mit Covid-19 zu kämpfen haben Foto: AFP/Raul Arboleda
Fangen wir mit den möglicherweise guten Nachrichten an. In einem optimistischen Szenario werden die Aufsichtsbehörden bis Ende dieses Jahres zumindest zwei Covid-19-Impfstoffe der ersten Generation zugelassen haben. Dank außerordentlicher regulatorischer und finanzieller Unterstützung von staatlicher Seite gehen diese Impfstoffe noch vor Abschluss der klinischen Studien am Menschen in Produktion. Unter Annahme ihrer Wirksamkeit werden Biotech-Unternehmen bis Ende 2020 bereits etwa 200 Millionen Dosen zur Verfügung stellen können und für die Produktion von weiteren Milliarden Impfdosen alles auf Schiene gebracht haben. Die Verteilung dieser Impfstoffe wird an sich schon ein gewaltiges Unterfangen darstellen, auch weil die Öffentlichkeit davon überzeugt werden muss, dass ein beschleunigt hergestellter Impfstoff sicher ist.