Spanien
Die Rückkehr der Siesta: Warum das Mittagsschläfchen wieder auf dem Vormarsch ist
Die Siesta war in Spanien schon totgesagt worden. Mit der seit Jahrzehnten anhaltenden Landflucht und der Verstädterung des Lebens befand sich das Mittagsschläfchen auf dem Rückzug. Doch seit immer größere Hitzewellen schon im Frühjahr und erst recht nun im Sommer die Menschen ins Schwitzen bringen, kommt die Ruhezeit nach dem Mittagessen wieder ins Gespräch – und zwar nicht nur in Spanien.
Hauptsache im Schatten: Die Siesta ist nicht nur angesichts des Klimawandels über die spanischen Grenzen hinaus in der Diskussion Foto: dpa/Hannes P. Albert
In vielen europäischen Ländern wird inzwischen darüber diskutiert, ob die Einführung einer Siesta im Sommer sinnvoll sein könnte, um Beschäftigte vor den steigenden Temperaturen zu schützen. Spaniens Regierung preschte mittlerweile vor und beschloss vor Kurzem ein „Siesta-Gesetz“. Dieser Erlass schreibt vor, dass alle Arbeitgeber, deren Beschäftigte unter freiem Himmel arbeiten, ihre Mitarbeiter bei großer Hitze schützen müssen – etwa indem für Straßen- und Bauarbeiter oder Erntehelfer während der heißesten Sonnenstunden Ausruhen angeordnet werden.