Deutschland

Die Kundgebungen der Parteien am diesjährigen Aschermittwoch waren virtuell und absolut nicht lustig

Ein politischer Aschermittwoch in Corona-Zeiten, also ohne dampfende Halle, Bierkrüge, Johlen und Schenkelklopfen? Es gab zwei Möglichkeiten, sich dieser Herausforderung zu nähern: Die CSU, Erfinderin der Veranstaltung, die zum 102. Mal stattfand, versuchte es mit einer fast perfekten digitalen Imitation – und scheiterte dennoch. Die anderen Parteien ließen den Versuch einer Nachahmung gleich bleiben. Es wurde der seltsamste Aschermittwoch aller Zeiten. Und der ernsteste.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der Versuch, einer politischen Tradition nachzukommen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der Versuch, einer politischen Tradition nachzukommen Foto: Peter Kneffel/dpa Pool/dpa

Die CSU ließ nichts aus, um halbwegs echte Bierzeltatmosphäre herzustellen. Viele Mitglieder hatten Care-Pakete der Zentrale zugeschickt bekommen mit wichtigen Utensilien wie Fähnchen, Ratsche, Seidel und Weißbier. So saßen sie Zuhause erwartungsfroh vor ihren Laptops, die Frauen oft im Dirndl, Männer im Jancker, und wurden auf einen großen Splitscreen in die Passauer Dreiländerhalle geschaltet, wo die Veranstaltung wie immer stattfand. „Aschermittwoch dahoam“. Nach den jeweiligen Ansprachen wurde das Klatschen der Teilnehmer eingeblendet, jetzt kamen auch die Ratschen zum Einsatz. Sonst herrschte auf den virtuellen Zuschauerrängen naturgemäß gespenstische Stille.

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