Neues Strategiepapier
Die EU will sich stärker in der Arktis engagieren
Die EU ist darum bemüht, die Arktis nicht den beiden Großmächten USA und China sowie dem Anrainerstaat Russland zu überlassen. Am Dienstag hat die EU-Kommission eine neue Strategie für die Region vorgestellt, in der ein Umdenken offenkundig wird.
Blick auf Nuuk, die Hauptstadt von Grönland: Die zu Dänemark gehörende Insel ist zum geopolitischen Streitfall geworden, der einstweilen beigelegt wurde Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AFP
Die Drohungen des US‑Präsidenten Donald Trump, Grönland annektieren zu wollen, haben wohl die Kurskorrektur der EU‑Kommission, was die Beziehungen zur arktischen Region anbelangt, beschleunigt. Denn nach nur rund fünf Jahren legt die Brüsseler Behörde eine überarbeitete Strategie zur Arktis vor. Die stellt nicht mehr nur den Umwelt- und Forschungsaspekt der Region in den Vordergrund, sondern vor allem sicherheitspolitische und wirtschaftliche Überlegungen. Denn der von Norwegen der Arktis zugeschriebene Slogan „High North, low tension“ (Hoher Norden, geringe Spannungen) gilt nicht mehr. Die Spannungen haben auch im hohen Norden zugenommen.
„Die Arktis ist ein Ort, an dem die tektonischen Platten der Geopolitik kollidieren“, sagte denn auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, als sie am Dienstag einen kurzen Überblick über die neue Strategie gab. Die EU hat berechtigte Interessen in der Region, da mit Dänemark, Schweden und Finnland drei Mitgliedstaaten dem arktischen Raum angehören, in dem mehr als eine halbe Million EU-Bürger leben.