Venezuela
Die Bolivarische Revolution ist nach 25 Jahren endgültig gescheitert
Mehr als anderthalb Monate, nachdem sich Amtsinhaber Nicolás Maduro zum Wahlsieger der umstrittenen Präsidentschaftswahl erklären gelassen hatte, ist die Zukunft Venezuelas ungewisser denn je. Oppositionskandidat Edmundo González hat das Land verlassen, während der alte und zugleich neue Herrscher mit Zuckerbrot und Peitsche regiert. Zwei in Luxemburg lebende Venezolanerinnen berichten von ihren Erlebnissen.
Anhänger von Nicolas Maduro stehen vor einem Wandgemälde in Caracas, das den südamerikanischen Befreiungshelden Simón Bolívar zeigt, den Namensgeber der Bolivarischen Revolution Foto: Juan Barreto/AFP
Es war finster in Caracas. Stockfinster. Rund anderthalb Stunden vor Sonnenaufgang am Freitag letzter Woche war in Venezuelas Hauptstadt der Strom weg. Nichts ging mehr. Die Regierung sprach von Sabotage. Präsident Nicolás Maduro verurteilte den Blackout als „kriminellen Angriff“ der „faschistischen“ Opposition. Dabei ist die Versorgung des Landes mit Elektrizität wegen jahrelang ausbleibender Wartung der Infrastruktur äußerst anfällig und das Land vor allem von dem Wasserkraftwerk am Guri-Stausee abhängig. Es ist, ähnlich wie seine Versorgung mit Wasser sowie das Gesundheits- und Schulwesen, gelähmt von der grassierenden Korruption und der Misswirtschaft des Maduro-Regimes.