Meinung
Deutschland: Die CDU und das Rennen um den Parteivorsitz
Auf die CDU kommen keine einfachen Zeiten zu. Die Partei ist es nicht gewohnt, in einen Bundestagswahlkampf zu ziehen, in der der Amtsinhaber oder die Amtsinhaberin nicht mehr zur Wahl steht. Außerdem sind der Union zum Teil ihre klassischen Milieus abhandengekommen – in den großen Städten beispielsweise oder in den gutsituierten bürgerlichen Kreisen haben die Grünen viel Boden gutgemacht.
Markus Söder, möglicher Kanzlerkandidat der Unionsparteien in Deutschland, wird in jeder Rechnung über den CDU-Parteivorsitz mit einbezogen Foto: dpa/Matthias Balk
Schwer wiegt auch, dass sich die CDU ohne Angela Merkel als Zugpferd die Zustimmung der Bürger neu erarbeiten muss. Denn aus Dankbarkeit wird niemand gewählt. Erst recht nicht, wenn man das Land dann 16 Jahre regiert hat und sich eventuell der Wunsch nach Wechsel verfestigen sollte. Und bei dieser Gemengelage sind die Corona-Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft noch nicht einmal berücksichtigt.