Standpunkt

Der IWF muss seine destruktiven Zinsaufschläge beenden

Eine Gruppe von 22 finanziell angeschlagenen Ländern – darunter Pakistan und die Ukraine – hat sich in den letzten Jahren zur größten Nettoeinnahmequelle des Internationalen Währungsfonds entwickelt. Ihre Zahlungen übersteigen dabei die Betriebskosten des Fonds. Die mit der Bereitstellung des globalen öffentlichen Gutes eines gut funktionierenden internationalen Finanzsystems betraute Institution verlangt damit faktisch von Ländern, die kaum ihre eigenen Rechnungen bezahlen können, die Rechnung für den Rest der Welt zu übernehmen.

Quetta, Hauptstadt der Provinz Belutschistan in Pakistan: Die Anzahl von Terrorangriffen nimmt in den Provinzen, die an Afghanistan grenzen, zu. Und gerade dieses Land wird vom IWF zur Zahlung belastender Aufschläge gezwungen.

Quetta, Hauptstadt der Provinz Belutschistan in Pakistan: Die Anzahl von Terrorangriffen nimmt in den Provinzen, die an Afghanistan grenzen, zu. Und gerade dieses Land wird vom IWF zur Zahlung belastender Aufschläge gezwungen. Foto: Arshad Butt/AP/dpa

Dieser unschöne Zustand ist das Ergebnis der Zinsaufschlagspolitik des IWF, der zusätzliche Gebühren von Ländern erhebt, die festgelegte Schwellenwerte für die Höhe oder Dauer ihrer Kreditaufnahme beim Fonds überschreiten. Ländern wie der kriegsverheerten Ukraine oder Pakistan – einem Land niedrigen mittleren Einkommens, dessen Staatsgebiet vor zwei Jahren zu einem Drittel durch Überschwemmungen überflutet wurde –, Geldbußen aufzuerlegen, scheint im Widerspruch zur Aufgabe des IWF zu stehen: der Aufrechterhaltung der Stabilität des globalen Finanzsystems.

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