Südosteuropa

Der Balkan brodelt im kostspieligen Dauerkrisenmodus

Ob strauchelnde Regierungen, Proteste, Krisen oder Neuwahlen: Es knirscht und kracht in Südosteuropa an allen Ecken und Enden. Die miese Wirtschaftslage, Kompromissunfähigkeit, erstarkende Populisten und autoritäre Tendenzen verschärfen die Spannungen – und verkürzen die Amtszeiten.

Protestierende Menschenmenge mit Bannern bei regierungsfeindlicher Demonstration in Tirana, Albanien am vergangenen Freitag

Proteste gegen die Regierung am vergangenen Freitag in der albanischen Hauptstadt Tirana Foto: Adnan Beci/AFP

Das Rücktrittsultimatum des Koalitionspartners lehnt Rumäniens konservativer Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) resolut ab. Die sozialistische PSD wünsche sich offenbar „eine Marionette als Premier und eine hörige PNL“, reagierte der PNL-Premier zu Wochenbeginn scheinbar unbeeindruckt auf ein parteiinternes PSD-Votum, bei dem 97 Prozent von 5.000 befragten PSD-Funktionäre seinen Abtritt forderten: „Ich bin zwar kein Fan von Minderheitsregierungen, aber Rumänien hatte sie schon zuvor.“

Während die über den harten Sparkurs von Bolojan verstimmte und über sinkende Umfragewerte besorgte PSD mit dem Abzug ihrer Minister und gar einem Misstrauensvotum gegen Bolojan droht, warnt der Analyst Cristian Pirvulescu vor dem „Preis“ des sich anbahnenden Koalitionsbruches.

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