Argentinien
Den Peronisten droht eine historische Niederlage
Vor den Präsidentschaftswahlen am Sonntag befindet sich das krisengeplagte Argentinien einmal mehr an einem Tiefpunkt. Auch der Peronismus, die das Land seit Jahrzehnten prägende politische Kraft, steckt in einer tiefen Krise. Ein persönlicher Rück- und Ausblick.
Sie wollen das Rad der Zeit nicht zurückdrehen: Frauen demonstrieren in Buenos Aires für den Erhalt des Abtreibungsrechts, das der Präsidentschaftskandidat Javier Milei wieder abschaffen möchte Foto: Emiliano Lasalva/AFP
Als ich vor 30 Jahren zum ersten Mal nach Buenos Aires kam, fragte ich nach der längsten Straße der Stadt. Das sei die Avenida Rivadavia, sagte mir eine Punkerin im Zentrum der argentinischen Hauptstadt und begleitete mich zu der 35 Kilometer langen Straße. Ich verabschiedete mich von ihr und ging der Straße nach in Richtung Westen weiter. Einen Teil der Strecke legte ich zu Fuß zurück, den längsten Weg jedoch mit dem Bus – bis ich in Merlo ankam, dem Reich von Raúl Alfredo Othacehé.