Deutschland
Debatte über Wehretat und Schuldenbremse: Boris Pistorius und das liebe Geld
Verteidigungsminister Boris Pistorius stimmt Deutschland vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges auf „Kriegstüchtigkeit“ ein und fordert 6,5 Milliarden Euro mehr für die Bundeswehr. Als einziger Minister im Kabinett hat er gute Karten, seine Haushaltspläne bei Finanzminister Lindner durchzusetzen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf militärpolitischer Reise in Kanada Foto: dpa/Britta Pedersen
Im März stieg Boris Pistorius in den Untergrund. Tief hinab in die Zivilschutzanlage Merihaka in der finnischen Hauptstadt Helsinki. 25 Meter unter der Erde ließ sich der deutsche Verteidigungsminister durch einen Bunker führen, mit Sporthallen, Restaurants und Fitness-Center. Das passt zu seinem Plan. Der SPD-Politiker wirbt vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine schon länger für einen umfassenden Sicherheitsbegriff in Deutschland, der auch den Zivilschutz umfasst. Finnland pflegt – auch in gründlicher Skepsis gegenüber dem Nachbarn Russland – eine Tradition beim Bunkerschutz für seine Bürgerinnen und Bürger. Allein in Helsinki mit seinen 650.000 Einwohnern gibt es Bunkerplätze für 900.000 Menschen, wo etwa 1,5 Millionen Menschen im Großraum der Stadt leben. Wer weiß, was aus dem Osten kommt.