Nachspiel

Debatte über „Sofagate“ im EU-Parlament

Der Besuch der EU-Spitze Anfang April beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der als „Sofagate“ wohl in die Geschichte eingehende Vorfall hatten gestern ein Nachspiel im Europäischen Parlament. Während einer Debatte wurden die Beziehungen der EU zur Türkei im Lichte dieser Visite eingehend diskutiert. Einerseits.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach gestern im EU-Parlament über den missglückten Besuch in Ankara

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach gestern im EU-Parlament über den missglückten Besuch in Ankara Foto: Olivier Matthys/Pool AP/dpa

Andererseits war es weitgehend auch eine Debatte über die Gleichstellung von Frauen und Männern insbesondere in der europäischen Politik. Den Ton dazu legte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die in einer engagierten Rede einen gleichberechtigten Platz für Frauen im politischen Leben der EU einforderte. „Ich fühlte mich gekränkt. Und alleingelassen, als Frau und als Europäerin“, sagte sie über den Moment, als sie beim offiziellen Zusammentreffen am 6. April mit dem türkischen Präsidenten auf einem danebenstehenden Sofa Platz nehmen musste, während für den Hausherrn und den EU-Ratspräsidenten Charles Michel zwei Sessel bereitstanden. Es gehe nicht um die Frage der Sitzordnung oder des Protokolls, sondern darum, dass es noch ein langer Weg sei, bevor Frauen gleichgestellt seien. „Zu jeder Zeit. Und an jedem Ort“, so Ursula von der Leyen.

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