Standpunkt
Covid-19-Impfstoffe und das nationale Interesse der USA
Vor einem Jahrhundert tötete eine Grippepandemie mehr Menschen, als im gesamten Ersten Weltkrieg starben. Heute hat die Covid-19-Pandemie mehr Amerikaner getötet, als in allen US-Kriegen seit 1945 ihr Leben verloren. Der große Unterschied ist freilich, dass die Wissenschaft damals keinen Impfstoff gegen das Grippevirus hatte, inzwischen jedoch mehrere Unternehmen und Länder Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelt haben.
Foto: AFP/Joaquim Sarmiento
Eine Anzahl wohlhabender Demokratien, darunter die USA und Großbritannien, haben bereits mehr als die Hälfte ihrer erwachsenen Bevölkerungen geimpft und die Zahl der Neuerkrankungen und Todesfälle ist dort drastisch zurückgegangen. Anderswo – zum Beispiel in Indien, Brasilien und Teilen Afrikas – sind niedrige Impfquoten und hohe Raten von Neuerkrankungen und Todesfällen zu verzeichnen. Die Zeitschrift The Economist schätzt, dass die weltweite Zahl der Todesopfer der Pandemie in der Größenordnung von zehn Millionen liegen könnte – dreimal so viel wie laut den offiziellen, von den nationalen Behörden veröffentlichten Zahlen.