Mexiko
Ciudad Juárez – Eine deutsche Journalistin und Wrestlerin im Grenzgebiet
Ciudad Juárez hat einen schlechten Ruf. Die mexikanische Millionen-Metropole an der Grenze zum US-Bundesstaat Texas gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt, ist geprägt von Drogengangs und berüchtigt wegen einer endlos scheinenden Serie von Femiziden. Zugleich ist sie eine Zwischenstation für viele lateinamerikanische Migranten auf ihrem Weg nach Norden. Kathrin Zeiske lebt hier mehrere Monate im Jahr und hat das Buch „Ciudad Juárez“ über diesen Ort der Extreme geschrieben.
Kathrin Zeiske zog es einst von Bonn nach Mexiko. Sie lebt seit Jahren in Ciudad Juárez. Foto: privat
Juárez, wie die seit der Gründung der nordamerikanischen Freihandelszone im Jahr 1994 auf mindestens 1,5 Millionen Einwohner angewachsene Stadt kurz genannt wird, „ist wie ein Brennglas, durch das man erkennt, wie es auf der Welt aussieht“, sagt Kathrin Zeiske. Alles komme hier zusammen: Bittere Armut trifft auf verschwenderischen Reichtum. Einerseits ist Juárez eine Stadt der Arbeit, in der in über 300 Maquilas oder auch Maquiladoras genannten Montagebetrieben die Beschäftigten von Autositzen über Smartphones bis zu Windturbinen alles Mögliche anfertigen. Selbst können sie nicht an dem erwirtschafteten Reichtum teilhaben.