Österreich
Christ- und Sozialdemokraten stehen nach FPÖ-Triumph vor dem AfD-Dilemma
Nach dem FPÖ-Triumph bei der Nationalratswahl am Sonntag stehen nicht nur Österreichs Christdemokraten vor einem AfD-Dilemma: Die Rechtspopulisten mit einer Brandmauer von der Macht fernhalten oder sie einbinden und entzaubern? Auch die SPÖ wird sich bald dieser Gretchenfrage stellen müssen.
Bereits am Sonntagabend kam es in Wien zu einer ersten Kundgebung gegen eine mögliche Regierungsbeteiligung der FPÖ, die als stärkste Partei aus den Wahlen in Österreich hervorgegangen ist Foto: Roland Schlager/APA/AFP
Während FPÖ-Chef Herbert Kickl die Gratulationsadressen von Viktor Orban, Marine Le Pen, Geert Wilders und Konsorten entgegennahm, wird in Wien eine alte Tradition wiederbelebt: die Donnerstagsdemonstrationen gegen eine Regierungsbeteiligung der Rechtspopulisten. Noch am Wahlabend war es zu einer spontanen Kundgebung gekommen vor dem Lokal, in dem die FPÖ ihren Wahlsieg feierte. Ab übermorgen wird dann unter dem Motto „Fix zam (fest zusammen, Anm.) gegen Rechts“ jeden Donnerstag demonstriert. Als die ÖVP im Jahr 2000 erstmals mit der FPÖ koalierte, hielten die Donnerstagsdemonstranten zwei Jahre lang durch, auch 2019, als es die Christdemokraten einmal mehr mit den Rechtspopulisten versuchten, gingen die Linken wöchentlich auf die Straße.