Zentralasien
Chaostage in Kirgistan: Nach nur einer Nacht stehen die Verhältnisse auf dem Kopf
Nach Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl kam es zu Unruhen. Oppositionsvertreter wollen Rücktritt von Präsident Scheenbekow erzwingen. Und der befreite Ex-Präsident Almasbek Atambajew sinnt auf Rache.
Demonstranten vor dem Regierungsgebäude in Bischkek: Unter dem Druck massiver Proteste wurde die Parlamentswahl in Kirgistan für ungültig erklärt. Foto: AP/Vladimir Voronin
Nach den nächtlichen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften stellten sich viele in Kirgistan eine Frage: Wer regiert nun das Land? Der abgetauchte Präsident Sooronbaj Scheenbekow, der sich mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit wendete, vom Versuch einer „illegalen Machtergreifung“ sprach und gleichzeitig versicherte, die Lage sei unter Kontrolle? Oder ist die Macht übergegangen auf die Vertreter mehrerer Oppositionsparteien, die nachts zuvor ihre Anhänger auf den zentralen Ala-Too-Platz gerufen hatten, um gegen das Ergebnis der Parlamentswahl zu protestieren?