Impfstreit
Britische Wissenschaftler appellieren an Vernunft, London übt sich in Schadenfreude
Der Streit zwischen London und den Kontinentaleuropäern kocht weiter hoch. Brüssel droht mit Exportstopps. Die Briten sehen die Sache grundverschieden.
Vakzin des Anstoßes: Um AstraZeneca ist ein Streit über Impfnationalismus entbrannt Foto: AFP/Justin Tallis
Mit einer Mischung aus Schmeicheleien, subtilen Drohungen und prahlerischem Auftrumpfen hat die britische Regierung am Donnerstag versucht, Einfluss auf die Beratungen des virtuellen EU-Impfgipfels zu nehmen. Premier Boris Johnson wich im Parlament Fragen nach etwaigen Gegenmaßnahmen im Fall eines Boykotts aus Brüssel aus. „Unsere europäischen Freunde“ sollten nur bedenken, so der konservative Regierungschef, dass Protektionismus zukünftige Investitionsentscheidungen innovativer Pharmafirmen beeinflussen werde. Hingegen sprach Gesundheitsminister Matthew Hancock mit Schadenfreude über den Streit des 27er-Clubs mit dem Unternehmen AstraZeneca (AZ): Der britische Liefervertrag übertrumpfe den EU-Vertrag. „Man nennt das Vertragsrecht, das ist sehr eindeutig.“