In der Nähe zu Luxemburg
Brand im Hohen Venn: Staatsanwaltschaft vermutet „landwirtschaftliches Gerät“ als Ursache
3.000 Hektar hat das Feuer im Torfmoor im Hohen Venn dahingerafft. Die Staatsanwaltschaft in Belgien vermutet, dass ein landwirtschaftliches Gerät den Brand ausgelöst haben könnte.
Das Feuer vernichtete innerhalb weniger Tage rund 3.000 Hektar Vegetation Foto: Editpress/Alain Rischard
Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Luxemburger Grenze ist nach Behördenangaben möglicherweise bei landwirtschaftlichen Arbeiten verursacht worden. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Ursprung des Brandes mit landwirtschaftlichen „Tätigkeiten in der Nähe des Ausgangsortes des Feuers im Zusammenhang stehen“, erklärte die Staatsanwaltschaft in Lüttich am Dienstagabend. Es könnten allerdings „noch keine endgültigen Schlüsse hinsichtlich der genauen Brandursache gezogen werden“, betonte die Behörde.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Es könnten allerdings noch Monate vergehen, bis abschließende Gutachten der Experten vorlägen.
3.000 Hektar verbrannt
Der Brand hatte sich ab dem 14. August in dem von Torfmooren geprägten Naturschutzgebiet nördlich von Luxemburg ausgebreitet. Das Feuer vernichtete innerhalb weniger Tage rund 3.000 Hektar Vegetation. Es handelt sich um den größten Waldbrand in Belgien seit dem Jahr 1911, als es im selben Gebiet während einer ähnlichen Trockenperiode wie in diesem Jahr zu verheerenden Bränden gekommen war.
EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib machte sich am Mittwoch vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Brandfolgen. In Monschau traf die EU-Kommissarin unter anderem Bürgermeisterin Carmen Krämer und die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU). Im Stadtteil Kalterherberg überreichte Lahbib Krämer sowie Einsatzkräften von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr als Dank für ihren Einsatz im Nachbarland eine EU-Solidaritätsmedaille mit dem offiziellen Zeichen für Zivilschutz, einem blauen Dreieck auf orangefarbenem Grund.
„Immer häufiger mit großen Bränden konfrontiert“
Auch Länder wie Belgien und Deutschland seien inzwischen „immer häufiger mit großen Bränden konfrontiert“, sagte Lahbib. Eine Lektion der vergangenen Wochen sei, dass „kein europäisches Land sicher ist“.
Die Waldbrandsaison 2026 ist nach Angaben der EU-Kommission außergewöhnlich schlimm. Bis zum 12. August war die verbrannte Fläche demnach bereits doppelt so groß wie der durchschnittliche Wert zu diesem Zeitpunkt des Jahres. Der Katastrophenschutzmechanismus wurde bereits zehn Mal aktiviert. Dies führt dazu, dass das Koordinierungszentrum in Brüssel Unterstützung aus anderen europäischen Staaten mobilisiert. Neben den 27 EU-Staaten sind zehn weitere europäische Länder Teil des Programms.