Tschechien erneuert Corona-Notstand
Bislang über 20.000 Menschen gestorben
Angesichts steigender Infektionsraten und einer hohen Sterberate zeigte sich die tschechische Regierung genötigt, erneut den Notstand über das Land zu verhängen. Strenge Verhaltensmaßnahmen mit Bewegungseinschränkungen gelten nun vorerst bis zum 28. März. In Tschechien sind bislang mehr als 20.000 Menschen an oder mit der Covid-19-Erkrankung gestorben.
Die Krankenhäuser in Tschechien sind an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen Foto: Michal Cizek/AFP
In einem dramatischen Appell wandte sich Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš (ANO) an die Bevölkerung. Die Lage im Lande sei derzeit so angespannt, dass man alles unternehmen müsse, um Leben zu retten, um ein „tschechisches Bergamo“ zu verhindern, so der Premier. Babiš blickt auf das vergangene Jahr zurück: Am 20. März, als der erste Notstand ausgerufen wurde, gab es 22 Corona-Infizierte, drei Menschen lagen mit der Erkrankung im Krankenhaus, niemand war bis dahin gestorben. Diese Situation hat sich im Verlaufe des Jahres dramatisch verändert: Heute liegen über 7.200 Patienten in den Kliniken, die Gesamtzahl der Fälle ist auf rund 1.227.600 gestiegen, mehr als 20.000 Menschen sind an oder mit der Corona-Infektion verstorben. Allein am vergangenen Freitag stieg die Zahl der Neuinfektionen um 14.676, am Samstag nochmals um 7.798 – das sind die höchsten Zahlen an Neuinfektionen seit Anfang Januar.